Multi-Channel-Posting

Multi-Channel-Posting bedeutet eine Stellenanzeige in mehreren Jobportalen gleichzeitig zu veröffentlichen, u. a. mit dem Ziel der Reichweitenverbesserung.

Was ist Multi-Channel-Posting? 


Multi-Channel-Posting (MCP) oder Job-Multiposting bezeichnet die Mehrfachschaltung von Stellenanzeigen in Online-Stellenportalen, ggf. auch auf der eigenen Karrierewebsite und auf Social-Media-Plattformen. Die Stellenanzeige wird dabei per Mausklick in mehreren Stellenbörsen gleichzeitig geschaltet. Ein Recruiter auf der Suche nach einer IT-Fachkraft hat dadurch zum Beispiel die Möglichkeit, die Stellenausschreibung in einer allgemeinen Jobbörse für Generalisten wie StepStone oder Monster und in einer Stellenbörse für IT-Spezialisten zu schalten, ohne sie separat hochladen und anpassen zu müssen. Je nach Multiposting-Tool kann er die Stellenanzeige einmalig schreiben und sie in mehreren Online-Portalen zeitgleich CI-/CD-konform veröffentlichen. Die verfügbaren Jobportale für eine online-basierte Personalsuche lassen sich u. a. klassifizieren nach:

  • allgemeine Online-Stellenbörsen, die eine Vielzahl an Berufsgruppen und Branchen abdecken.
  • spezialisierte Stellenportale oder Nischen-Stellenportale, die sich auf eine bestimmte Branche konzentrieren (zum Beispiel die Gastronomie-, IT-, Chemie- oder Pharmabranche), auf eine Berufskategorie (z. B. Assistenz) oder auf eine bestimmte Karrierephase (z. B. Ausbildung).
  • Je nach Reichweite gibt es Jobbörsen mit globalem, nationalem oder regionalem Radius. Regionale Jobbörsen konzentrieren sich z. B. auf eine oder mehrere Regionen.
  • Karrierenetzwerke, die neben einer Stellensuchfunktion z. B. auch Karriere- und Bewerbertipps oder Artikel zu beruflichen Themen aufweisen.
  • Soziale Karrierenetzwerke wie XING oder LinkedIn, auf denen Nutzer Stellenausschreibungen einsehen und sich beruflich vernetzen können. 

- XING ist das Karrierenetzwerk der XING AG mit Sitz in Hamburg. Es dient vor allem als Kontaktnetzwerk für berufliche und private Kontakte im deutschsprachigen Raum. Nutzer können sich mit einem Basisprofil kostenfrei anmelden oder eine kostenpflichtige Premiummitgliedschaft mit erweiterten Funktionen wählen. Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, ein Profil anzulegen, u. a. mit privaten Angaben zur Person und zum beruflichen Werdegang, zu Studium oder Ausbildung, Fähigkeiten und Interessen. Über Interessensgruppen können sich die User über ausgewählte Themen austauschen. Jobsuchenden bietet die Plattform einen Stellenmarkt und Job-Empfehlungen, die auf einem Matching nach vier Kriterien basieren (Entfernung zum Arbeitsort, Karrierestufe, Skills, Aktivitäten). Für Unternehmen besteht die Möglichkeit, Employer Branding Profile anzulegen.

-Das Karrierenetzwerk LinkedIn mit Sitz in den USA richtet sich an Nutzer aus dem internationalen Raum. Sie haben die Wahl zwischen einem Basis- und einem Premiumaccount mit erweiterten Funktionen und können ihr Nutzerprofil in mehreren Sprachen erstellen, sich in Interessengruppen austauschen und berufliche oder private Kontakte pflegen. Unternehmen haben die Möglichkeit, ein Unternehmensprofil zu erstellen und nach Kandidaten für ihren Talentpool oder für eine aktuelle Vakanz zu suchen.

  • Kleinanzeigenmärkte, die neben Kleinanzeigen auch Stellenanzeigen veröffentlichen.
  • Metasuchmachinen oder vertikale Suchmaschinen wie Indeed, die das Internet nach Stellenannoncen durchsuchen und eine geeignete Auswahl zusammenstellen. Gescannt werden dabei u. a. Online-Stellenbörsen, Karriere- und Unternehmenswebseiten, Webseiten von Personalvermittlungen, Personalberatungen und HR-Agenturen, Online-Zeitungen oder die Internetpräsenz von Behörden. Suchmaschinen, die Suchbegriffe semantisch verknüpfen, zeigen auch ähnliche Treffer an: Eine Suche nach Stellenangeboten für Lehrer enthält dann beispielsweise auch Stellen im Bereich der Erwachsenenbildung.
  • Für die Nutzung kommerzieller Jobbörsen zahlen Unternehmen einen bestimmten Betrag, zum Beispiel, um eine Anzeige zu schalten. Der Anzeigenpreis kann fest und im Voraus zu entrichten sein (Pay to Post) oder erfolgsbasiert berechnet werden, z. B. anhand der Klickzahl (Cost per Click).
  • Nicht-kommerzielle Jobbörsen können Unternehmen für die Schaltung von Stellenanzeigen kostenfrei nutzen. Sie müssen die Anzeigen dabei aber i. d. R. manuell hochladen und pflegen.
  • Freemium Jobbörsen bieten kostenfreie Basisprodukte wie zum Beispiel die manuelle Schaltung von Stellen an. Darüber hinausgehende Premium-Services wie Produkte zur Reichweitenverbesserung sind jedoch kostenpflichtig.  

Die Auswahl von Stellenbörsen für das MCP 

Je nach genutztem Multiposting-Tool haben Nutzer die Möglichkeit, aus einer Reihe an Online-Portalen auszuwählen, um ihre Stellenanzeige per Mehrfachschaltung zu publizieren. Um die passenden Stellenbörsen für das Multi-Channel-Posting auszusuchen, können Recruiter auf verschiedene Kriterien zurückgreifen, die einen Indikator für die Performance der Stellenbörse darstellen können. Ein solcher Indikator ist zum Beispiel die Reichweite bzw. Bewerberfrequenz des Portals. Über Online-Dienste wie den Alexa Rank lassen sich Daten über die Seitenabrufe von Websites nachvollziehen. Ein weiterer Performance-Indikator ist die Anzahl der publizierten Stellenanzeigen. Weist ein Jobportal beispielsweise sehr wenige Inserate auf, ist die Wahrscheinlichkeit u. U. geringer, dass viele Kandidaten dort nach einem geeigneten Stellenangebot suchen. Weiterhin aufschlussreich kann die Zufriedenheit von Bewerbern und Arbeitgebern/Unternehmen mit dem jeweiligen Portal sein. Um die Portale herauszufiltern, in denen die Bewerberzielgruppe besonders aktiv ist, eignen sich zum Beispiel Zielgruppenanalysen oder HR-Analytics, etwa mithilfe von KPI-Tools: Mittels relevanter Kennzahlen wie den Bewerbungseingängen oder Einstellungen nach Quelle lassen sich zum Beispiel besonders erfolgsversprechende Recruiting-Kanäle identifizieren. Unternehmen können u. a. messen, welche Recruiting-Kanäle die meisten Bewerber liefern und über welche die meisten Einstellungen generiert werden. Relevante Kennzahlen sind z. B. die Klickzahlen bzw. Aufrufe der Stellenanzeige, die Anzahl der Bewerber pro Recruiting-Kanal oder die Konvertierungsrate. Oft ist ein MCP-Tool eine Funktion einer E-Recruiting-Software oder eines Bewerbermanagement-Systems, das je nach Funktionsumfang auch Analysetools enthält. 

Vorteile des Multi-Channel-Postings 

Per Job-Multiposting können Recruiter eine Stellenanzeige in mehreren ausgewählten Online-Stellenportalen und ggf. auf der eigenen Karriereseite sowie auf Social-Media-Plattformen gleichzeitig streuen. Dadurch sollen die Reichweite der Stellenanzeige erhöht und mehr potentielle Bewerber erreicht werden. Eine maximale Streuung von Stellenausschreibung erhöht die Wahrscheinlichkeit, das Bewerberaufkommen zu steigern. Eine breitgefächerte Bewerberansprache kann besonders für Unternehmen mit hohem Bewerberaufkommen sinnvoll sein. Aber auch Unternehmen, die ein hohes Mitarbeiterwachstum aufweisen, jedoch keine oder eine in ihrer Kapazität eingeschränkte HR-Abteilung/Recruiting-Abteilung haben, kann das Tool von Vorteil sein. Durch die Mehrfachschaltung per Mausklick und das einmalige Erstellen der Stellenanzeige ohne weitere manuelle Anpassung lässt sich die Stellenschaltung effizienter gestalten, so dass Unternehmen Zeit und Kapazitäten einsparen können. Um Streuverluste zu vermeiden, sollte auf die Auswahl der Stellenbörsen geachtet werden: Das Motto „viel hilft viel“ ist in den meisten Fällen nicht haltbar. Im Idealfall erhöht das MCP die Wahrscheinlichkeit, eine höhere Masse an qualifizierten Kandidaten in kürzerer Zeit zu erreichen, so dass z. B. im Zusammenspiel mit einer geeigneten E-Recruiting-Software zur Prozessvereinfachung und Optimierung einzelner Recruiting-Schritte die Time-to-Hire und die Feedbackzeit für Bewerber reduziert werden können. 

Fazit 

Job-Multiposting oder Multi-Channel-Posting bietet Recruitern die Möglichkeit, eine Stellenanzeige per Mausklick in mehreren Online-Jobbörsen gleichzeitig zu schalten, ohne sie manuell hochladen und individuell anpassen zu müssen. Im Idealfall erhöht sich durch die breite Streuung der Stellenanzeige das Bewerberaufkommen. Anstatt nach dem Motto „viel hilft viel“ zu agieren, ist es sinnvoll, die Auswahl der Stellenbörsen der Bewerberzielgruppe anzupassen oder erfolgsversprechende Portale über HR-Analytics ausfindig zu machen. 

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