E-Recruiting

In Zeiten von Internet und Smartphone verfügen Recruiter über neue Möglichkeiten der Personalbeschaffung: Das steckt hinter dem Begriff E-Recruiting.

Was ist E-Recruiting?

E-Recruiting oder E-Rekrutierung bezeichnet die Personalbeschaffung mittels elektronischer Medien und über das Internet. Die Nutzung von Online-Jobbörsen für die Ausschreibung von Stellen hat die klassische Printanzeige ergänzt und z. T. ersetzt. Jobsuchende nutzen Online-Jobportale, um sich über aktuelle Vakanzen zu informieren und über die Stellenbörse oder bei ihrem Wunscharbeitgeber online zu bewerben. Eine Online-Bewerbung über die Unternehmenswebsite bieten heutzutage viele Bewerber an: In der Online-Bewerbermaske geben Bewerber ihre Daten ein und haben die Möglichkeit, Anhänge (Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse etc.) hochzuladen. Oder Kandidaten bewerben sich per E-Mail bei einem Unternehmen. In Zeiten von Smartphone, Tablet & Co. gewinnt die mobile Bewerbung und die Jobsuche mit dem mobilen Endgerät an Bedeutung. Werden in die Personalbeschaffung soziale Medien wie Facebook, Twitter oder XING eingebunden, spricht man von Social Media Recruiting oder Social Recruiting. Welche Kanäle und E-Recruiting-Maßnahmen ein Unternehmen zur Personalbeschaffung nutzt, kann in der E-Recruiting-Strategie definiert werden. Eine solche Strategie ist sinnvoll, um alle am Bewerbungsprozess Beteiligten (z. B. HR-Abteilung, Fachabteilungen, Bewerber, Personaldienstleister) einzubinden und eine zielsichere Maßnahmenplanung und -optimierung zu ermöglichen. Mit einer Strategie lassen sich die Kontaktpunkte in der Candidate Journey gezielt gestalten – von der Erstellung der Online-Stellenanzeige über die Auswahl geeigneter Stellenbörsen bis hin zur Gestaltung der Karriereseite. Einige Unternehmen nutzen dafür ein einheitliches Bewerber-Management-System zur Standardisierung und Optimierung des Bewerbermanagements: Eine E-Recruiting-Software bildet den Workflow im Rekrutierungsprozess ab, zum Beispiel die Erstellung von Online-Stellenanzeigen, die Online-Bewerbung, die Kommunikation zwischen Kandidaten und Entscheidern bis hin zur Einstellung des neuen Mitarbeiters.

Möglichkeiten der Personalbeschaffung im E-Recruiting

  • Online-Jobbörsen: Online-Jobportale gehören zu den meist genutzten Informationsquellen für Jobsuchende. Für viele Unternehmen stellen sie einen der wichtigsten Kanäle zur Publikation ihrer Stellenanzeigen dar. In Deutschland existieren über 1.000 Jobportale. Diese lassen sich wie folgt klassifizieren:

- Allgemeine Stellenbörsen wie Monster oder StepStone decken eine Vielzahl an Berufsgruppen und Branchen ab.

- Spezialisierte Jobportale oder Nischen-Portale konzentrieren sich auf bestimmte Branchen (z. B. Tourismus, Gastronomie, IT), auf Berufskategorien (z. B. Assistenz) oder auf die Karrierephase (z. B. Ausbildung).

- Regionale Jobbörsen decken eine oder mehrere Regionen ab, für die eine Stelle geschaltet wird. Je nach Reichweite gibt es auch Portale mit nationalem oder globalem Radius.

- Metasuchmaschinen oder vertikale Suchmaschinen wie Indeed durchsuchen das Internet nach Stellenanzeigen, um Stellensuchenden eine passende Auswahl zu präsentieren. Gescannt werden u. a. Karrierewebsites, Online-Jobportale, Webseiten von Personalvermittlungen oder Online-Zeitungen.

- Karrierenetzwerke wie XING oder LinkedIn bieten ihren Nutzern neben einer Stellensuchfunktion die Möglichkeit, sich beruflich zu vernetzen und sich über karriere-/branchenrelevante Themen auszutauschen. Auf XNG gibt es beispielsweise ein Job-Matching nach 4 Kriterien (Entfernung zum Arbeitsort, Karrierestufe, Skills, Aktivitäten): XING-User sollen mit dem Matching passende Job-Empfehlungen erhalten. Werden die Suchbegriffe semantisch verknüpft, findet ein Softwareentwickler bspw. auch Jobs für Programmierer.

- Kleinanzeigenmärkte wie meinestadt.de veröffentlichen neben Kleinanzeigen auch Stellenanzeigen.

- Für kommerzielle Jobbörsen zahlen Unternehmen einen bestimmten Betrag, um eine Stellenausschreibung zu schalten. Die Zahlungsmethode kann zum Beispiel in einem im Voraus zu entrichtender Fixpreis bestehen (Pay to Post) oder erfolgsbasierte berechnet werden (z. B. Cost per Click).

- Die Schaltung einer Stellenausschreibung in nicht-kommerzielle Jobbörsen ist kostenfrei. In der Regel muss die Stellenanzeige manuell hochgeladen und gepflegt werden.

- Freemium-Jobbörsen bieten kostenfreie Basisprodukte (z. B. manuelle Schaltung von Stellenanzeigen) und kostenpflichtige Premium-Services (z. B. Produkte zur Reichweitenverbesserung) an.

  • Online-Bewerbung: Die Bewerbung per E-Mail oder Online-Bewerbungsformular gehört zu den meist genutzten Bewerbungswegen im E-Recruiting. Bewerber gelangen bspw. über die Unternehmenswebsite oder die Karriereseite des Unternehmens zur Online-Bewerbermaske, wo sie ihre Daten eingeben und Unterlagen wie Lebenslauf, Zeugnisse und Bewerbungsanschreiben hochladen. Bei einer One-Click-Bewerbung haben Bewerber die Möglichkeit, ihre Daten per Mausklick aus einer CV-Datenbank oder einem Karrierenetzwerk wie XING oder LinkedIn in die Datenbank des Arbeitgebers zu importieren.
  • Mobile Recruiting: Mobile Recruiting bezeichnet die Personalrekrutierung über mobile Endgeräte, z. B. die Bewerberansprache über internetfähige mobile Devices. Über mobiloptimierte Karriereseiten und mobil abrufbare Stellenanzeigen können Jobsuchende nach passenden Vakanzen suchen und sich mobil auf eine Stelle bewerben, wenn das Unternehmen entsprechende Bewerbungsmöglichkeiten anbietet. Ein weiteres Instrument ist das Mobile Tagging bzw. Mobile Recruiting mit QR-Codes: Der Code kann mithilfe eines mobilen Endgeräts eingescannt werden und führt den User auf die Unternehmenswebsite, Karriereseite oder zu einer Stellenausschreibung.
  • Social Media Recruiting: Im Social Recruiting werden soziale Netzwerke wie XING, Facebook oder LinkedIn zur Personalrekrutierung eingebunden. Die sozialen Medien dienen zum einen der Kommunikation der Arbeitgebermarke, zum anderen können sie zur Ansprache potenzieller Bewerber eingesetzt werden. Beim Online Active Sourcing werden Kandidaten anhand ihrer Social-Media-Profile ausfindig gemacht und kontaktiert. Eine andere Möglichkeit besteht darin, passive Kandidaten über Werbebanner in den sozialen Medien auf die Vakanz aufmerksam zu machen (Internet Sourcing).
  • E-Recruiting-Software: Eine Bewerbermanagement-Software standardisiert und vereinfacht das Bewerbermanagement. Sie bildet die unterschiedlichen Workflows im Recruiting-Prozess ab und verfügt über verschiedene Funktionen zur Optimierung der Personalrekrutierung. Nutzer können zum Beispiel Stellenanzeigen im eigenen Corporate Design erstellen und diese über Multi-Channel-Posting per Mausklick in mehreren Stellenportalen gleichzeitig streuen, um die Bewerberreichweite zu erhöhen. Eine entsprechende Recruiting-Software bietet Bewerbern die Möglichkeit, sich online per mobilem Endgerät zu bewerben. Verfügt die Software über einen CV-Parser, werden die Bewerberdaten nach Upload des Lebenslaufs automatisch ausgelesen und in die vorgesehenen Datenfelder übertragen. Bewerbungseingänge können an zentraler Stelle gespeichert, in Kandidatenprofilen übernommen und bearbeitet werden. Direktaktionen ermöglichen ein schnelles Bewerberfeedback, z. B. das Versenden von Einladungen, Wartebriefen oder Absageschreiben. Die Kommunikation zwischen Bewerbern und Entscheidern erfolgt softwaregestützt und lässt sich in einer Kontakthistorie nachverfolgen. Verfügt die Software über einen Matching-Algorithmus, können Anforderungs- und Bewerberprofile nach bestimmten Kriterien abgeglichen werden, um eine erste Vorauswahl zu treffen.

Fazit

In Zeiten von Internet und Smartphone eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Personalbeschaffung: Personaler können auf elektronische Medien zurückgreifen, um ihren Recruiting-Prozess zu gestalten (E-Recruiting). Die Schaltung von Stellenausschreibungen in Online-Jobportalen hat die klassische Printanzeige ergänzt. Bewerber können sich per E-Mail oder über Online-Bewerbungsformulare bei ihrem Wunscharbeitgeber bewerben. Hinzu kommen die Möglichkeiten der mobilen Jobsuche und Bewerbung, die Nutzung von Social Media für die Ansprache von potenziellen Bewerbern und die softwaregestützte Personalakquise mittels Bewerbermanagement-Lösungen.